Fleischfressende Pflanzen


 

 

 

 


Dionaea muscipula / Venus Fliegenfalle A

Die Venusfliegenfalle ist wohl die bekannteste fleischfressende Pflanze und steter Blickfang in Baumärkten und Gärtnereien. Dionaea muscipula ist monotypisch und gehört mit der Gattung Drosera zur Familie der Droseraceae. Die Venus Fliegenfalle wurde bereits im 18. Jahrhundert erwähnt (u.a.. Darwin). Dionaea muscipula wächst  im Südosten North-Carolinas und im Osten von Süd-Carolina in den USA auf feuchtem sandigen Boden.

Gattung Droseraceae
Temp.Sommer/Winter 20 - 30 ° ( 18-35° toleriert)
Luftfeuchte 40-60%
Wasser permanenter Anstau (1-2 cm),Im Winter nur mäßig feucht halten ( Wurzelfäule)
Standort  volle Sonne
Substrat Torf / Sand 1:1

 

Dionaea muscipula (Venus Fliegenfalle)  venusfliegenfalle im Sommerterrarium

Obwohl man eine Venus-Fliegenfalle wegen der benötigten Winterruhe nicht ganzjährig im Terrarium halten sollte, hat sich in meinem offenen Terrarium am Südfenster ein grünes Ungetüm mit 5 cm Fallen entwickelt (siehe oben) und befreit mich sogar von diesen ekligen glänzenden Stubenfliegen, die sich gelegentlich in den Freitod stürzen.

Im Winter kann man die Pflanze theoretisch draußen lassen, wenn sie ans Freilandwetter gewöhnt ist und man in einem Gebiet mit nicht zu starken Frösten wohnt (<-16°C) . Laut Internet halten das auch Sämlinge aus. Das Ganze ist allerdings bei so tiefen Temperaturen etwas Glückssache und hängt vom Klon ab, wie alt die Pflanze ist, ob sie durch Schnee oder Laub geschützt war, usw... Man kann die Pflanzen allerdings auch im Haus überwintern, wenn es da nicht zu warm ist.  5-10°C sind recht gut geeignet.

Venusfliegenfallen lassen sich also auch warm durchkultivieren - vom Standpunkt, sich dem natürlichen Habitat weitestgehend anzunähern, rate ich allerdings, die Ruhezeit der Pflanze einzuhalten, um sie im Frühjahr wieder gut anwachsen und blühen zu lassen. Das Gleiche gilt für die Luftfeuchtigkeit; entgegen anderslautender Hinweise benötigt die Venus Fliegenfalle weder besonders hohe Luftfeuchtigkeit, noch muss sie zwingend unter Glas.

Man sollte sich halt einfach am Originalstandort orientieren; Dionaea wird  wesentlich gesünder und härter, wenn man sie in ganz normaler Luftfeuchtigkeit des Kulturortes um 40-60% kultiviert. Unsere Luftfeuchtigkeit in Deutschland reicht also völlig aus. Ein Teil meiner Pflanzen steht ohne Schutz, Wind und Regen ausgesetzt auf dem Balkon und wächst prächtig.

 

Venus Fliegenfalle auf dem Balkon

Kultur: Bei mir sowohl auf dem Balkon in einer ungelochten Anzuchtschale, als auch im Blumenkasten und im offenen Terrarium am Südfenster.  Im Winter zur Wahrung der Ruhezeit draußen im Kleingewächshaus (Frühbeet).

Temperatur: Sommer: Nachts mindestens 10-13°C, am Tag 20-35°C
Winter: Nachts 5°C, am Tag 10-13°C, auf meinem Balkon bis -5° (ca. 6 Wochen Winterruhe ratsam, s.o.)


Vermehrung: Im späten Frühjahr bis Frühsommer durch Blattstecklinge bzw. durch Samen. Diese Verfahren sind allerdings sehr kompliziert. Die Pflanze teilt sich häufig von selbst. Die Aussat der Samen aus der "Horrorbox" bei mir war allerdings erfolgreich und es entstehen 3mm große "Mini Venusfliegenfalle"-> Blog

Umpflanzen: Jährlich nach der Winterruhe umpflanzen, dabei empfiehlt es sich, jeweils ein bis zwei Pflanzen in einen Topf zu setzen.

Blütezeit: Die Pflanze blüht im Sommer, wenn sie nach ca. 4-5 Jahren ausgewachsenen ist. Das Ausbilden der Blüten kostet die Pflanze viel Kraft. Wünscht man nicht zwingend Samen, sollten die Blütenstengel abgeschnitten werden.

 

Die Klappfalle



Die Falle besteht aus zwei Blatthälften mit langen, zahnartigen, starren Randborsten. Am Blattrand, vor diesen Borsten bildet sich eine schmale Nektarzone, um Insekten anzulocken. In der Falle befinden sich meist drei (teils vier) Fühlerborsten pro Blatthälfte, die das schlagartige Zusammenklappen auslösen. Hierzu müssen zwei Fühlerborsten (oder eine Borste 2x) kurz nacheinander (innerhalb von 20s) berührt werden. Durch das Umbiegen der Fühlerborste wird ein elektrisches Feld (Aktionspotentialänderung  von -160mV auf -50mV) erzeugt. Es wird eine Verschiebung der Calciumkonzentration in den Zellen ausgelöst, die die Falle etwas von ihrer konkaven Spannung abbauen läßt, so daß die Falle dann (ähnlich einer umgebogenen Kontaktlinse) schlagartig in die Konkave Ausgangsspannung zurschnappt. Es ist also wie bei den Utricularien ein Ausgleich eines vorher aufgebauten Drucks. Das Zusammenklappen erfolgt unter Idealbedingungen in einer 20tel Sekunde.

In der Falle selbst ist nach dem Zuschanppen eine weitere Reizung der Fühlborsten notwendig, um die   Eiweißrezeptoren (über chem. Reizung--> Chemonastie) anzusprechen, die die Produktion der Verdauungssekrete (eiweißabbauende Enzyme --> Proteasen) auslösen.  Es werden nun verwertbare Bestandteile aufgelöst und über die in der Falle befindlichen Drüsen aufgenommen. Nach der Verdauung öffnet sich das Blatt wieder - übrig ist der nicht verwertbare Teil (meist der leere Chitinpanzer).

 

Die Verdauung dauert in der Regel drei bis fünf Tage, kann aber je nach Größe der Beute auch bis zu zwei Wochen  dauern.  Da die Bewegung und das Verdauen das Blatt "stressen" ist dieser Vorgang nicht beliebig wiederholbar. Nach insgesamt 7(-10) Bewegungen oder (2-)3 Mahlzeiten stirbt das Blatt ab. Aus diesem Grunde versuchen wir auf unseren Ständen der GFP mit Schildern wie "Bitte nicht ärgern" dem alszu häufigen Auslösen der Falle entgegenzuwirken, sosehr wir die Faszination der Bewegung verstehen und auch gerne erklären. Wer aber eine Fliege mitbringt... ;)

Ist die Beute zu klein, kann sie übrigens zwischen den "Zähnen" des Blattrandes durchkriechen - es erfolgt bei geschlossener Falle keine Weiterreizung: Die Falle öffnet sich wieder (innerhalb von ca. 24h).

Ist die Beute zu Groß (etwa 3/4 der Blattgröße oder größer) führt dies zum Absterben des ganzen Blattes duch Schimmelbildung.

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