In Sammlungen sind Utricularien meist unterschätzte und belächelte Karnivoren, da man den Fangvorgang als solches mit bloßem Auge nicht beobachten kann. Die Fangblasen, die eigentlichen Fangorgane dieser Gattung, werden zwischen 0,5 und 5 mm groß. Utricularias fallen dafür umso mehr durch ihre wunderschönen Blüten auf und finden deswegen den Weg in viele Sammlungen. Beschäftigt man sich dann mehr damit, stellt man zudem fest, daß sie aus vielen weiteren Gründen sehr bemerkenswert sind:
Die Wasserschläuche Utricularia stellen die artenreichste Gattung von karnivoren Blütenpflanzen dar und sind zugleich die artenreichste Gattung der Wasserschlauchgewächse Lentibulariaceae. Die Gattung Utricularia umfasst terrestrische, aquatische, halbaquatische und lithophytische Arten und insgesamt etwa 220 Arten weltweit (inklusive Deutschland).
Der Fangvorgang gehört zu den schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich und stellt die Venusfliegenfalle locker in den Schatten. Der gesamte Vorgang soll nicht mehr als 2 Millisekunden in Anspruch nehmen. Reizt ein Tier die äußeren Fühlhaare, öffnet sich durch Unterdruck blitzschnell die Falle und das Tier wird hereingesogen Sofort schließt sich die Klappe danach wieder.
Die Brutalität und Konsequenz der Fallen wird deutlich durch dieses Video:
Ich kultiviere bislang die schönen Arten:
Utricularia sandersonii (A)
Utricularia biloba (A)
Heimat: Südafrika, subtropisches Natal, 210 - 1200 m
Art: terrestrisch (lithophytisch), wächst direkt auf nassen Felsen
Heimat: Australien, New South Wales und Queensland auf Meershöhe
Art: halbaquatisch, in nassem Sand und flachem Wasser
Kultur:
Substrat: Torf-Sand-Gemisch 2:1
Permanentes Anstauverfahren (2-3 cm Wasserhöhe
Temperatur: ganzjährig 20°, Sommer bis 35°
Luftfeuchtigkeit von 50-60 %
Ganzjähriger Anstau im Nepenthesterrarium
Kultur:
Substrat: Torf/Sand 7:3
gelegentlich bis zu 1 cm überflutet, sonst feucht
Temperatur: ganzjährig 20°, Sommer bis 35°
Luftfeuchtigkeit von 50-60 %
Kultur im sehr feuchten Glaszylinder, teils überflutet